Case Studies

Auf dieser Seite sehen Sie beispielhaft, wie ich Organisationen und Teams in unterschiedlichen Kontexten begleite – sei es bei der strategischen Entscheidungsfindung in komplexen Projekten, der Entwicklung nachhaltiger Konfliktlösungsstrategien oder der Stärkung von Konfliktkompetenz bei Mitarbeitenden. Jede Case Study zeigt, wie gezielte Analyse, fundierte Beratung und praxisnahe Methoden Wirkung entfalten und konkrete Veränderungen ermöglichen.

Mit dem PEACE-Prozess tiefgreifende Teamkonflikte transformieren

Durch diesen neunmonatigen PEACE-Prozess lernte ein selbstverwaltetes Team, tief verwurzelte Konflikte auf mehreren Ebenen zu erkennen, zu bearbeiten und eine nachhaltige, achtsame Konflikt- und Kommunikationskultur zu etablieren.

Strategische Friedensberatung für ein internationales Nachhaltigkeitsprojekt

Durch strategische Friedensberatung und fundierte Risikoanalyse konnte eine internationale Organisation eine verantwortungsvolle Entscheidung treffen, die Wirkung vor Ort maximiert und gleichzeitig soziale, politische und rechtliche Risiken minimiert.

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Präventives Konflikttraining – Stärkung der Konfliktkompetenz von jungen Erwachsenen am Arbeitsplatz

Dieser praxisorientierte Tagesworkshop stärkte junge Erwachsene, ihre Konfliktkompetenz zu erweitern, Spannungen frühzeitig zu erkennen und konstruktiv in Entwicklungschancen zu verwandeln.

Methoden & Möglichkeiten

Entdecken Sie weitere Methoden und Ansätze mit denen ich arbeite, sie berate und die konfliktkompetenz Ihrer Mitarbeiter stärke.

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Mit dem PEACE-Prozess tiefgreifende Teamkonflikte transformieren

In einem selbstverwalteten Team der Sozialwirtschaft stießen wir auf einen Konflikt, der längst mehr war als ein bloßer Streit zwischen vier Teammitgliedern. Das Team zählte 15 Personen, arbeitete ohne klassische Hierarchien und traf Entscheidungen kollektiv – ein Modell, das auf Vertrauen, Verantwortungsbewusstsein und gelebte Konfliktkompetenz baut. Doch genau hier lag das Problem: Konflikte hatten sich über Jahre aufgebaut, die Zusammenarbeit belastet und das Arbeitsklima gestört. Die Menschen, für die das Team tagtäglich Verantwortung trug, spürten die Spannungen ebenfalls.

Pause & Explore: Konfliktanalyse im PEACE-Prozess

Die Intervention begann mit der Analysephase, die im PEACE-Prozess die Buchstaben P + E abdeckt – Pause und Explore. In etwa eineinhalb Monaten habe ich das Team tiefgehend begleitet: durch intensive Einzelgespräche, mehrstündige Reflexionsrunden und offene Gruppendiskussionen konnte die Komplexität des Konflikts vollständig erfasst werden. Schnell zeigte sich, dass der sichtbare Konflikt zwischen den vier Teammitgliedern nur die Spitze des Eisbergs war.

Unter der Oberfläche fanden sich vier zentrale Konfliktdimensionen:

  • Ein Generationenkonflikt, in dem ältere Teammitglieder Verantwortung nicht abgeben und jüngere ihre Kompetenzen nicht anerkannt sehen.

  • Ein Wertekonflikt: Trotz eines gemeinsamen Leitbildes existierten zwei dominante Wertegruppen, die Entscheidungen blockierten.

  • Der zwischenmenschliche Konflikt, der zunächst sichtbar wurde.

  • Eine strukturelle Dimension: Die Selbstverwaltungsstruktur bot keine klaren Mechanismen für Konfliktklärung, sodass Konflikte immer wieder angesprochen, aber nicht gelöst werden konnten.

Die Ergebnisse dieser Analyse wurden in einem Bericht schriftlich dokumentiert, der sechs mögliche Handlungsoptionen aufzeigte und dem Team die Freiheit ließ, die nächsten Schritte selbstbestimmt zu wählen.

Action & Commitment: Konfliktbearbeitung im PEACE-Prozess

Das Team entschied sich, den PEACE-Prozess in den Bereichen A + C – Action und Commitment – mit mir über sechs Monate weiterzuführen. Wir bearbeiteten Schritt für Schritt jede der vier Konfliktdimensionen. Dabei kamen unter anderem folgende Methoden zum Einsatz:

  • Konfliktkompetenz-Workshops schufen ein gemeinsames Verständnis von Konflikt als integralen Bestandteil der täglichen Zusammenarbeit und schafften Verständnis für die Relevanz und Funktion von Konflikten im Allgemeinen.

  • Moderierte Klärungsgespräche ermöglichten eine strukturierte Bearbeitung der zwischenmenschlichen Spannungen zwischen allen Teammitgliedern.

  • Auf einem dreitägigen Teamseminar überprüften wir die Leitlinien, Kommunikationsstrukturen und das Beschwerdemanagement und stärkten den Teamzusammenhalt durch gezielte Teambuilding-Übungen.

  • Zwei Teammitglieder wurden als Konfliktlotsen ausgebildet, die nun Moderationen in Teamkonferenzen in konflikthaften Situationen übernehmen und den konstruktiven Umgang mit Konflikten langfristig sichern.

Durch diesen Prozess lernte das Team, Konflikte nicht als Bedrohung, sondern als Teil des gemeinsamen Lernens und Arbeitens zu verstehen. Zwischenmenschliche Spannungen können angenommen werden, ohne dass jede Reibung sofort aufgelöst werden muss. Die Kommunikation wurde klarer, respektvoller und zielführender. Es werden heute mehr Ich-Botschaften statt Schuldzuweisungen ausgesprochen.

Evaluation: Reflexion und nachhaltige Transformation

Zum Abschluss des Prozesses, etwa zwei Wochen vor Ende, führte ich den dritten Teil des PEACE-Prozesses – E: Evaluation – durch. In Einzelgesprächen und Teamreflexionen schauten wir zurück auf den gesamten neunmonatigen Prozess, überprüften Erfolge und Lernmomente und sicherten die nachhaltige Integration der neuen Konfliktkultur. Das Team reflektierte, wie sich Zusammenarbeit, Kommunikation und Verantwortungsübernahme verändert hatten und wie diese Kultur nun langfristig von allen gelebt werden kann.

Ergebnisse
  • Teamklima: Spürbar entspannter, achtsamer und kooperativer.

  • Konfliktakzeptanz: Spannungen werden angenommen, allein oder gemeinsam akzeptiert und wenn nötig in einem gemeinsamen Rahmen offen angesprochen.

  • Kommunikation: Klarer, respektvoller, zielführender und mehr Ich-Botschaften.

  • Strukturen: Konfliktlotsen übernehmen Moderationsaufgaben in heiklen Situationen, wodurch die internen Prozesse nachhaltig gestärkt wurden.

  • Werte: Gemeinsame Werte, die das Leitbild tragen und stützen wurden gefunden und haben einen höheren Stellenwert erhalten.

  • Der Konflikt zwischen den Teammitgliedern wurde gelöst und mehr Akzeptanz für's anders und jünger sein geschaffen.

Takeaways

Diese Case Study zeigt, wie tief verwurzelte Konflikte auf mehreren Ebenen – zwischenmenschlich, generationsübergreifend, wertebasiert und strukturell – erkannt, verstanden und transformiert werden können. Der PEACE-Prozess bietet einen klaren Rahmen, in dem Teams lernen, Konflikte Schritt für Schritt zu bearbeiten, Verantwortung zu übernehmen, die individuelle und organisationale Konfliktkompetenz zu stärken und eine neue Kultur der Zusammenarbeit zu entwickeln. Am Ende entsteht nicht nur eine Lösung, sondern ein Team, das gestärkt, resilient und gemeinsam handlungsfähig in die Zukunft geht.

Sind 9 Monate eine lange Zeit? Ja! Aber was wenn Sie diese Zeit über die nächsten 20 Jahre trägt oder sie einen zehnjährigen Team-Konflikt endlich lösen? Erfahren Sie mehr über den PEACE-Prozess und mein Vorgehen hier.

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Strategische Friedensberatung für ein internationales Projekt

Eine deutschsprachige NGO im Bereich nachhaltiger Entwicklung erhielt die Anfrage, ein lokales Projekt in einem politisch sensiblen Gebiet in Ostafrika zu übernehmen. Auf den ersten Blick wirkte das Vorhaben vielversprechend: klar umrissen, gut finanziert und mit der Möglichkeit, vor Ort echte Wirkung zu entfalten. Doch schnell wurde deutlich, dass die Situation weitaus komplexer war. Die Organisation verfügte nicht über ausreichende Expertise in regionalen Friedensfragen und konnte die potenziellen sozialen und politischen Auswirkungen eines direkten Engagements auf die lokale Community und bereits bestehende Initiativen vor Ort nicht abschätzen.

In dieser Phase wurde u.a. ich als Friedensberaterin hinzugezogen. Meine Aufgabe war es, das Projekt aus allen Konflikt- und Friedensrelevanten Perspektiven zu beleuchten – lokal, regional, national und international – und die Organisation in ihrer strategischen Entscheidungsfindung zu unterstützen. Ich analysierte die regionalen Konfliktlinien, sozio-politische Dynamiken und kulturellen Faktoren, die den Projekterfolg beeinflussen könnten. Parallel dazu führte ich umfassende Recherchen zu vergleichbaren Initiativen, Lessons-learned Berichten, internationalen Rahmenbedingungen und wissenschaftlichen Studien durch, um ein möglichst vollständiges Bild der Chancen und Risiken zeichnen zu können. Dieser Prozess und das beiwohnen einiger relevanter online und In-House Meetings umfasste eineinhalb Monate.

Die Organisation holte zusätzlich eine externe Rechtsberatung ein, die auf Basis der von mir vorgestellten Chancen und Risiken die möglichen rechtlichen Risiken bewertete. Gemeinsam legten wir die Analyseergebnisse auf den Tisch: Die Risiken eines direkten Engagements waren hoch – nicht nur rechtlich, sondern auch sozial und politisch. Gleichzeitig wurden aber auch neue Chancen sichtbar: Durch die Unterstützung einer bereits vor Ort verankerten Nichtregierungsorganisation konnte die Organisation doch noch ihre Expertise und ihre Ressourcen vor Ort einbringen, ohne selbst dirket vor Ort einzugreifen und die lokale Community vor Ort zu schwächen. Stattdessen wurde der Ansatz Hilfe zur Selbsthilfe verfolgt und von den Menschen vor Ort dankend angenommen. So konnten Autonomie und Selbstbestimmung gestärkt und kolonialen Handeln in der Entwicklungszusammenarbeit sichtbar gemacht und bewusst abgebaut werden.

Diese Case Study zeigt, wie Friedensberatung in sensiblen Kontexten wirken kann, auch wenn es nicht darum geht, Konflikte selbst zu lösen. Es geht darum, Entscheidungsträger:innen sicher durch komplexe, vielschichtige Situationen zu begleiten, indem Risiken, Chancen und langfristige Auswirkungen klar aufgezeigt werden. Strategische Voraussicht, analytisches Denken und eine fundierte Einschätzung der sozialen, politischen und rechtlichen Dimensionen ermöglichten verantwortungsvollere Entscheidungen, die vor Ort langfristige Wirkung entfalteten und das Vertrauen auf beiden Seiten stärkten.

Wenn auch Sie vor komplexen Entscheidungen stehen und Klarheit über Chancen, Risiken und langfristige Auswirkungen gewinnen möchten, begleite ich Sie als externe Friedensberaterin – damit Ihre Strategien Wirkung entfalten. Mehr Informationen finden Sie hier.

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Präventives Konflikttraining – Stärkung der Konfliktkompetenz von jungen Erwachsenen am Arbeitsplatz

Eine Organisation wandte sich an mich mit der Anfrage, einen Tagesworkshop für junge Mitarbeitende am Arbeitsplatz durchzuführen. Ziel war es, die Konfliktkompetenz der Teilnehmenden zu stärken, ihnen Tools für den Umgang mit Spannungen am Arbeitsplatz an die Hand zu geben und die Selbstreflexionskompetenz langfristig zu verbessern.

Der Workshop „Konfliktkompetenz im Arbeitsalltag junger Erwachsener“ war auf zwei Blöcke von je 120 Minuten ausgelegt und kombinierte Theorie, Reflexion und praktische Übungen miteinander. Die Atmosphäre wurde von Anfang an achtsam gestaltet: Ein klar definiertes Set von Raumregeln sorgte dafür, dass jede:r gehört wurde, die Diskussionen lösungsorientiert blieben und ein geschützter Rahmen für offene Gespräche entstand.

Der Vormittag begann mit einer Bestandsaufnahme der konkreten Konfliktsituationen, die die jungen Mitarbeitenden im Arbeitsalltag erlebten. In Kleingruppen diskutierten die Teilnehmenden ihre Erfahrungen, notierten Schlagworte und visualisierten die Konfliktthemen eigenständig. In einer anschließenden Harvest-Runde wurden die Ergebnisse gesammelt, geclustert und gemeinsam reflektiert. Anhand des Eisbergmodells erläuterte ich, wie die genannten Konflikte oft weit über die sichtbare Sachebene hinausgehen und wie Gefühle, Werte, Bedürfnisse und unausgesprochene Erwartungen die eigentliche Dynamik eines schwelenden Konfliktes beeinflussen.

Beim theoretischen Input ging es um Konfliktkosten und deren mögliche Auswirkungen am Arbeitsplatz: Ich zeigte auf, warum Konflikte normal sind, welche Eskalationsstufen existieren und wie ein lösungszentrierter Umgang helfen kann, zwischenmenschliche Spannungen in Chancen und Performance zu verwandeln. In Einzelarbeit reflektierten die Teilnehmenden ihre persönliche Haltung zu Konflikten anhand meiner „8 Dimensionen des Friedens“ – ein Tool, das Selbstreflexion, Bewusstsein für eigene Muster und konkrete Handlungsmöglichkeiten verbindet.

Nach der Mittagspause folgte der zweite Block, der stark praxisorientiert war. Die Teilnehmenden rotierten durch drei Lernstationen und erschlossen sich in Gruppenarbeit folgende Themen und Methoden:

  • Akteursanalyse, um Beziehungen, Einfluss und Verantwortlichkeiten sichtbar zu machen.

  • Gewaltfreie Kommunikation (GFK), um Konflikte klar und respektvoll anzusprechen.

  • Eskalationsstufen nach Glasl, um eigene Anteile und Handlungsmöglichkeiten in bestehenden Spannungen zukünftig schneller und besser zu erkennen.

Abschließend reflektierten die Kleingruppen ihre Erkenntnisse, entwickelten konkrete Handlungspläne und definierten Maßnahmen, die sie innerhalb der nächsten zwei Wochen umsetzen würden. Jede:r Teilnehmende formulierte persönliche Strategien und identifizierte Ressourcen, die den Transfer in den Arbeitsalltag erleichtern. Eine gemeinsame Harvestrunde rundete den Workshop ab: Alle konnten ihre wichtigsten Erkenntnisse teilen und den bisherigen Umgang mit Konflikten im eigenen Arbeitsalltag selbstbewusster reflektieren.

Die Rückmeldungen zeigten, dass der Workshop nicht nur die Konfliktkompetenz der Teilnehmenden steigerte, sondern auch das Bewusstsein für die oft unsichtbaren Dimensionen von Konflikten schärfte. Die Teilnehmenden berichteten, dass sie sich sicherer fühlten, Spannungen frühzeitig zu erkennen, konstruktiv anzusprechen und aktiv zu beeinflussen.

Beispielhafte Agenda (Tagesworkshop, 2 x 120 Min.)
  • Begrüßung, Set/Setting & Raumregeln

  • Bestandsaufnahme der aktuellen Konfliktsituation der Teilnehmenden am Arbeitsplatz

  • Harvest-Runde & Vorstellung des Eisbergmodells

  • Theorieinput zu Konfliktkosten und Auswirkungen am Arbeitsplatz

  • Reflexion des eigenen Konfliktverhaltens mithilfe der 8 Dimensionen des Friedens

  • Lernstationen: Durchführung einer Akteursanalyse, GFK-Übung, Eskalationsstufenmodel nach Glasl

  • Reflexion in Kleingruppen & formulieren von Commitment-Karten

  • Abschluss: Gemeinsame Entwicklung eines Handlungsplans & Transfer in den Arbeitsalltag

Diese Case Study zeigt, wie präventives Konflikttraining junge Mitarbeitende befähigt, Spannungen am Arbeitsplatz bewusst wahrzunehmen, ihre Haltung zu Konflikten zu reflektieren und konkrete Strategien für den Alltag zu entwickeln. Indem Nachwuchstalente lernen, Konflikte frühzeitig zu erkennen und lösungsorientiert zu handeln, wird nicht nur ihre persönliche Kompetenz gestärkt, sondern auch das gesamte Arbeitsumfeld resilienter und kooperativer.

Wenn Sie Ihr Team oder Ihre Mitarbeitenden darin unterstützen möchten, Konflikte bewusst zu erkennen, sicher zu bearbeiten und die Zusammenarbeit nachhaltig zu stärken, begleite ich Sie gerne mit praxisnahen Workshops. Weitere Informationen erhalten Sie hier.

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